Kranzniederlegung am Wasserturm zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Die vereinten Nationen haben den 27. Januar offiziell zum Holocaust-Gedenktag ausgerufen. Wird dieser Tag im Allgemeinen mit der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee in Verbindung gebracht, so ist er mit der Dortmunder Stadtgeschichte in Sonderheit aufgrund der Deportation von Juden, Sinti und Roma verbunden.

Am 27. Januar 1942 mussten sich etwa 1.000 Bürger aus dem Regierungsbezirk Arnsberg vor der Gaststätte „Zur Börse“ einfinden. Von dort aus wurden sie von der Gestapo zum Südbahnhof getrieben und anschließend in ein Ghetto bei Riga transportiert. Weniger als 10 kehrten zurück.

Im Stadtbezirk Innenstadt-Ost wird dieser Tag daher zum Anlass genommen, innezuhalten. Die Mitglieder der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost haben an der Gedenktafel am „Wasserturm“ (Heiliger Weg / Ecke Zufahrt Südbahnhof) zum Gedenken wie zur mahnenden Erinnerung einen Kranz niedergelegt.

In diesem Jahr haben Schülerinnen und Schüler des benachbarten Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und des Stadtgymnasiums Dortmund die Veranstaltung aktiv mitgestaltet.

Rosemarie Bartelt und Udo Dammer von der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost bei der Kranzniederlegung (Foto: Rüdiger Beck)
Rosemarie Bartelt und Udo Dammer von der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost bei der Kranzniederlegung (Foto: Rüdiger Beck)

Gedenkstunde am Mahnmal Ruhrallee

Die evangelische Paul-Gerhardt Kirchengemeinde, die katholische St. Bonifatius Gemeinde und die Trinitatis-Gemeinde der Selbständigen Evangelischen-Lutherischen Kirche hatten am 29.04.18 in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache und Borussia Dortmund zur Gedenkstunde am Mahnmal Ruhrallee 98 eingeladen.

Gemeinsam mit den politischen Parteien wurde im Rahmen einer Kranzniederlegung an die Opfer gedacht.

Zwischen dem 28. und 30. April 1942 wurden 791 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aus 55 Gemeinden des Regierungsbezirk Arnsberg in der ehemaligen Turnhalle der Dortmunder Eintracht (heute Parkplatz der Continentalen an der Ruhrallee) gesammelt und am 30. April über den damaligen Südbahnhof ins polnische Zamosc deportiert. Die Ältesten waren über 70 Jahre alt, die Jüngsten noch Säuglinge. Niemand überlebte. Die meisten wurden in den nahegelegenden Vernichtungslagern Sobibor und Belzec mit Giftgas ermordet.

Im Rahmen einer Kranzniederlegung wurde am Mahnmal Ruhrallee an die Opfer gedacht. (Foto: Rüdiger Beck)
Im Rahmen einer Kranzniederlegung wurde am Mahnmal Ruhrallee an die Opfer gedacht. (Foto: Rüdiger Beck)

Bezirksvertretung Innenstadt-Ost legte einen Kranz nieder zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Die vereinten Nationen haben den 27. Januar, der in Deutschland und anderen Ländern bisher bereits als Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee begangen wurde, offiziell zum Holocaust-Gedenktag ausgerufen.

Die Vollversammlung reagierte damit im Oktober dieses Jahres auf eine Initiative Israels und nahm eine Resolution an, in der alle Mitgliedstaaten aufgerufen werden, an diesem Tag an den Massenmord an Juden in Deutschland und in den von Deutschland besetzten Gebieten während der nationalsozialistischen Herrschaft zu erinnern.

Unsere Stadtgeschichte betreffend ist mit diesem Tag die Deportation jüdischer Familien aus Dortmund und Umgebung verbunden. Etwa 1.000 Bürger jüdischen Glaubens mussten sich am 27. Januar 1942 vor der Gaststätte „Zur Börse“ einfinden, von wo aus sie unter den Schikanen der Gestapo zum Südbahnhof getrieben und von dort in ein Ghetto bei Riga deportiert wurden. Weniger als 10 kehrten zurück.

Im Stadtbezirk Innenstadt-Ost wurde dieser Tag daher zum Anlass genommen innezuhalten. Die Mitglieder der Bezirksvertretung haben zum Gedenken wie zur mahnenden Erinnerung am „Wasserturm“ einen Kranz niedergelegt.

Mitglieder der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost und die Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und des Stadtgymnasiums haben einen Kranz niedergelegt.